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HINTERGRUND: INSTRUMENTE DES BILDUNGSTRANSFERS

Migrationsmotive hängen von verschiedenen Faktoren ab. Berufliche Gründe sind nur ein Element, auch familiäre Wünsche, die Attraktivität des Zuwanderungslandes, die Sprache, passgenaue Integrationsangebote sowie gleiche Chancen beim Zugang zu Bildung und Arbeit spielen eine Rolle.

 

 

Wer im Ausland Qualifikationen und Berufserfahrungen erworben hat, kann diese oft nicht automatisch in Deutschland einbringen. Der Prozess des Bildungstransfers wird im deutschen Bildungssystem, dessen mangelhafte Durchlässigkeit schon seit Jahren von Forschern kritisiert wird, noch nicht systematisch gestaltet.

Dabei haben Aufnahmeländer generell ein Interesse an der Nutzung von ausländischen Bildungsinvestitionen, da sie volkswirtschaftliche Gewinne und den Ausbau des Fachkräftepools mit sich bringen.

In Kanada oder Australien können qualifizierte Migranten zwischen berufsspezifischen Bridging Programs wählen. In den vergangenen Jahren wurde hier gezielt in effektivere Instrumente des Bildungstransfers investiert: neue Anerkennungsmöglichkeiten, Anpassungsqualifizierungen, Programme zur individuellen Kompetenzentwicklung in Unternehmen. Damit verbunden wurden Strategien der Qualitätsentwicklung, die einen Ausbau von Informations- und Beratungsstrukturen und transparentere Verwaltungsverfahren mit sich brachten.

Nachbarländer setzen in weit stärkerem Umfang auf eine Modularisierung in Aus- und Weiterbildung, von der die einzelnen Arbeitnehmer besonders profitieren.
Grundlage ist die Erkenntnis, dass Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen nicht statisch sind, sondern ständig ausgebaut werden, besonders am Arbeitsplatz. Diese Dynamik kann bildungspolitisch genutzt werden, um individuelle Stärken zu identifizieren, zu dokumentieren und durch zusätzliche Zertifikate zu validieren.

 

Deutschland hat aufgrund der jahrelang verfolgten Abschottungspolitik als Zuwanderungsland an Anziehungskraft verloren. Migrationsbewegungen aus osteuropäischen EU-Staaten sind inzwischen auf konkurrierende Zielländer ausgerichtet.

Neue Impulse werden benötigt, um diesen Trend umzukehren, doch die Modernisierung des deutschen Bildungssystems ist aufgrund des Föderalismus kompliziert.

Deutschland wird zusätzliche Strategien entwickeln müssen, um die vorhandenen Defizite auszuräumen. Eine Anerkennung von weltweit erworbenen Abschlüssen erfordert die Bilanzierung vorhandener Kompetenzen – und ihre Weiterentwicklung. Dies kann durch Laufbahnpläne zur Anpassung des Kompetenzprofils gesteuert werden.

In Deutschland wird keine international verbreitete Sprache gesprochen. Dieser Wettbewerbsnachteil könnte durch bessere, berufsbezogene Kurse ausgeglichen werden. Der gezielte Aufbau von migrationsspezifischen Anpassungsqualifizierungen und unternehmensinternen Traineeprogrammen, die in Deutschland bisher weitgehend fehlen, sind ebenfalls erforderlich.

Nicht nur Migranten, auch Personalverantwortliche benötigen dabei Unterstützung.

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